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Regenerativ wirtschaften auf allen Ebenen

Bei Bürkert bedeutet wirtschaftlicher Erfolg mehr als Zahlen. Die Fluidikexperten setzen auf ganzheitliches, regeneratives Wirtschaften – mit Lösungen, die Mensch und Natur einbeziehen. Von energieeffizienten Komponenten bis hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen entstehen Ansätze, die ganze Industrien prägen können.

Erfolg lässt sich in Unternehmen auf ganz unterschiedliche Weise bewerten. Die Fluidikexperten von Bürkert betrachten ihn nicht nur wirtschaftlich, sondern auch anhand der Auswirkungen auf Mensch und Natur. Das führt zu einem ganzheitlichen, systemischen Denken, das Ansatzpunkte für regeneratives Wirtschaften auf ganz unterschiedlichen Ebenen ausfindig macht. Nicht nur im eigenen Haus, sondern auch bei der Unterstützung von Kunden. Möglichkeiten finden sich bei einzelnen Komponenten, der Applikation und auf der Kundenprozess-Ebene bis hin zur Betrachtung einzelner Industrien (Bild 1).

Komponenten-Ebene

Auf dieser Ebene regenerativ zu wirtschaften kann bedeuten, mit Hilfe passender Komponenten den Einsatz von Energie zu optimieren. Molkereibetriebe setzten beispielsweise in zahlreichen Anwendungen auf Druckluft. Nutzt man in den drucklufterzeugenden Kompressoren die Bürkert-Magnetventile mit Doppelspule und Kick-and-Drop-Technologie, lassen sich – verglichen mit konventionellen Lösungen - bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Das bedeutet auch eine Einsparung bei CO2 und Abwärme und somit bei energieintensiver Kühlung. Eine reduzierte Wärmeabgabe wirkt sich zudem positiv auf die Lebensdauer von Komponenten aus.

Applikations-Ebene

Betrachtet man Applikationen nicht punktuell auf Komponenten-Ebene, sondern mit etwas Abstand, lassen sich oft Ansätze für regeneratives Wirtschaften finden. Beim Wechsel zwischen Herstellung und Reinigung lässt sich beispielsweise Ausschuss vermeiden, wenn der Medienwechsel schnell und zuverlässig erkannt wird. Bei der Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG ließ sich bei der Produktion hochwertiger Shampoos mit dem Durchflussmesser FLOWave der Ausschuss um mehr als zwei Drittel reduzieren (Bild 2). Die Sensoren unterscheiden innerhalb von Millisekunden zwischen Produkt, Reinigungsmedium und Mischphasen. Auch Molkereien und viele weitere Einsatzbereiche profitieren von diesen Durchflussmessgeräten und reduzieren somit den Ausschuss erheblich.

Kundenprozess-Ebene

New Food stellt eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion dar. Die Kultivierung von Proteinen in Bioreaktoren und Fermentern erfolgt mit deutlich geringerem Energieaufwand. Damit qualitativ hochwertige Lebensmittel effizient hergestellt werden können, müssen jedoch alle Regelkreise perfekt funktionieren. Bürkert hat hier zum Beispiel die Firma DDE mit Sitz in Pune, Indien, mit einer Fluidiklösung unterstützt. Hierfür war unter anderem auch eine Neuentwicklung von Rohrleitungs- und Instrumentenfließschemata (Bild 3) notwendig. Das indische Unternehmen DDE hat für ein Start-up in Kalifornien Seeding-Bioreaktoren mit einem Fassungsvermögen von 20, 200 und 2.000 Litern, sowie einen 10.000 Liter fassenden Produktions-Bioreaktor entwickelt.

Industrie-Ebene

Ganze Industrien zu prägen oder neu aufzubauen kann ebenfalls einen massiven Einfluss auf nachhaltiges Wirtschaften haben. Ein Beispiel ist grüner Wasserstoff. Bürkert ist überzeugt, dass dieser einen relevanten Anteil an der Energiewende haben wird, wie z.B. für den industriellen Einsatz in der Chemiebranche oder bei der Stahlherstellung. Hier unterstützt Bürkert auf verschiedenen Ebenen mit Fluidiklösungen für die Infrastruktur in der Forschung an Universitäten und in etablierten Unternehmen ebenso wie in Start-ups. Anwendungsbeispiele sind mobile Wasserstofftankstellen, Methan-Plasmalyseure, Elektrolyseure oder Prüfstände für Brennstoffzellen-Stacks.

Geschäftsmodelle

Ein systemischer Ansatz im regenerativen Wirtschaften eröffnet Unternehmen die Chance, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Kreislaufwirtschaft nicht nur praktikabel, sondern auch wirtschaftlich attraktiv machen. So kann ein Produkt beispielsweise nicht nur pauschal bezahlt werden, sondern auf Basis der tatsächlichen Einsparungen, die durch den Einsatz des Produktes erzielt werden. Der Nutzer zahlt also nicht für das Produkt selbst, sondern für den konkreten Nutzen, den es bringt. Bei diesem Geschäftsmodell bleiben die Komponenten im Besitz der Fluidikexperten. Diese können nach Ende der Einsatzzeit am besten beurteilen, wie mit ihnen weiter verfahren wird: Sind sie nach Kalibrierung weiter nutzbar? Oder werden Komponenten in einzelne Werkstoffe zerlegt, die sich weiterverwenden lassen? Es wird deutlich: Unternehmerischer Erfolg muss heute auch im Sinne einer regenerativen, nachhaltigen Wirtschaft betrachtet werden, dadurch ergeben sich viele neue Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen und auf unterschiedlichsten Ebenen.